Ein Jahr Strom.Club - Interview mit Wendelin Amtmann

Category: Events / Lifestyle / Music
Ein Jahr Strom.Club - Interview mit Wendelin Amtmann

Seit einem Jahr versorgt uns Wendelin Amtmann in seinem Strom.Club in Wien mit den heißesten Eisen des Elektro-Bazars. Jetzt steht der erste Geburtstag an. Dies haben wir zum Anlass genommen, um mit ihm ein Interview zu führen.

Warum veranstaltest du Partys?
Wendelin Amtmann: Ich hatte schon lange die Intention, eine Party bzw. ein Konzert zu veranstalten, weil es für mich so etwas wie ein persönlicher Traum war, etwas Derartiges auf die Beine zu stellen. Dass daraus der Strom.Club entstanden ist, war aber eher Zufall. Ich wollte eigentlich nur ein Konzert veranstalten und hab dazu einige Bands angeschrieben. Shitdisco waren die Einzigen, die geantwortet haben. Doch die wollten nicht live spielen, so dass dann daraus dann ein DJ-Set geworden ist.

Was war deine erste Party, die du gemacht hast?
Ich habe meine ersten Erfahrungen beim CAMPUSROCK in Fürstenfeld gesammelt. Da das Festival jedoch nicht ganz mit meinem Musikgeschmack übereinstimmt, habe ich mich sozusagen selbständig gemacht. Die erste größere Party war bereits der erste Strom.Club mit Shitdisco im Badeschiff, ab da nahm alles seinen Lauf.

Wie war die Situation, als du in Wien begonnen hast zu veranstalten, wie ist sie jetzt?
Anfangs war die Situation unglaublich schwierig, weil ich niemanden aus der Szene kannte. Es grenzte schon an ein Wunder, so problemlos eine Venue für die Party zu bekommen. Das Badeschiff - das ich vorher noch nicht einmal gesehen habe - eignete sich definitiv ideal für den Launch. Die erste Party war ungefahr vier Monate intensive Arbeit und die Party war noch relativ amateurhaft organisiert. Zusätzlich wohnte ich nicht in Wien. Dadurch wurde das Flyern etwas schwierig, aber hier hat mir Matthias Papst (Co-Veranstalter) ordentlich geholfen. Verändert hat sich einiges: Mittlerweile findet der Strom.Club im Fluc statt, ich wohne in Wien, namhafte Medien stehen hinter dem Club und die Leute kennen mittlerweile den Namen Strom.Club, was mich äußerst stolz macht. Konkurrenz gibt’s in Wien mittlerweile massig, aber wir versuchen, mit internationalen Acts und unserem Clubkonzept uns von den anderen Clubs zu differenzieren.

Warum seid ihr aus dem Badeschiff weg ins Fluc gewandert?
Der Wechsel hatte mit der geringen Kapazität des Badeschiffs zu tun und auch der Sound erfüllte nicht zu 100% unsere Ansprüche. Des Weiteren ist das Fluc zur Zeit der Electroclub schlecht hin in Wien und dadurch war der Wechsel für uns nur von Vorteil. Mittlerweile gibt es im Fluc nahezu jedes Wochenende eine Szenegröße zu sehen.

Hat Wien einen Location-Mangel?
Ja, Wien hat definitiv einen Location-Mangel. Wenn man Acts wie Erol Alkan buchen möchte, findet man in Wien leider keine geeignete Locations. Hier stößt auch das Fluc kapazitätstechnisch an seine Grenzen. Die Konsequenz daraus wären hohe Eintrittspreise, was wir unserem Publikum prinzipiell nicht zumuten wollen. So etwas wie die Postgarage in Graz fehlt in Wien leider komplett. Ich bin der Meinung, dass Graz unglaublich tolle Venues hat, jedoch fehlen unter dem Jahr internationale Topacts. Das Springfestival im Mai setzt die Toplocations ideal in Szene.

stromclub2

Die Macher des Strom.Clubs Wendelin Amtmann und Matthias Papst (c)Maria Graf

Welcher deiner Gäste war dir der liebste/angenehmste?
Ich muss sagen, bis jetzt waren alle Gäste äußerst sympathisch und unkompliziert. Der lustigste war jedoch definitv Joe von Shitdisco, mit dem ich heute noch ab und zu maile. Sehr nett und lustig war auch Alan Hostage.

Welchen Act möchtest du unbedingt einmal buchen?
Da gibt’s ganz viele. Es gibt sehr viele Artists aus den Staaten, die sehr interessant sind, jedoch etwas zu klein, sprich: nicht bekannt genug sind, um sie extra einfliegen zu lassen. Ganz oben auf der Hitliste steht natürlich Erol Alkan, möglich ist alles.

Ist ein Strom.Club für dich noch Party oder schon Arbeit?
Der Strom.Club selber ist mittlerweile nicht mehr mit einem “normalen” Fortgehen zu vergleichen. Der Clubabend selbst ist für uns mittlerweile mehr Arbeit als Party, weil es oft äußerst hektische Situationen gibt, wo zumindest einer von uns zwei noch ansprechbar sein sollte. Ab fünf in der Früh wird’s dann lockerer und schließlich können auch wir noch ein bisschen tanzen und Party machen.

Strom.Club@myspace

PS: der nächste Strom.Club findet am 13.März mit THE WHIP (Dj-Set) statt. Tickets gibts in Kürze hier bei uns zu gewinnen.

share| print| comments (4) close
Trackback: Ein Jahr Strom.Club - Interview Wendelin Amtmann « Lukas Bauer aka tobecutadrift.com

[...] Mr.StromClub im Interview auf eb.at [...]

Felix

nice

Trackback: 13.3 Strom.Club mit the Whip (inkl. Gewinnspiel) - electronicbeats blog

[...] Strom.Club feiert seinen ersten Geburtstag, aber nicht allein im stillen Kämmerlein wie du und ich, sondern [...]

Trackback: STROM.CLUB mit Princess Superstar (inkl. Gewinnspiel) - electronicbeats blog

[...] Interview mit dem Strom Club Macher Wendelin Amtmann findet ihr hier. share| print| comments (0) [...]

write a comment

Bookmarks

Link

More Articles

Donaufestival 2010 vom 28. April bis 08. Mai in Krems

Von 28. April bis 08. Mai findet auch heuer wieder das Donaufestival statt. Parole diesmal: Failed Revolutions.

EMI und die roten Zahlen

Das goldene Zeitalter der Plattenindustrie, in dem man dem Musikfreund die absurdesten Preise aufdrücken konnte und mit unzähligen Best-Of-Boxen quasi die Gelddruckmaschine im Kellerarchiv stehen hatte, ist Dank des Internets und MP3 vorbei und so recht hat keine der großen Plattenfirmen dieser Entwicklung Rechnung getragen. So steckte man viel Geld und Energie in unsinnige Raubkopierer-Kampagnen, anstatt sich innovative Verkaufs-Modelle zu überlegen und, was in der Konsumwirtschaft dann doch tendenziell wichtig ist, die Bedürfnisse der Kunden zu berücksichtigen.

Ninca Leece - There Is No One Else When I Lay Down And Dream

Mehr als drei Jahre lang war die charmante junge Dame aus Rennes, Frankreich nun on the road. Von hiesigen Festivalbühnen bis in die Nachtclubs Chinas führten sie ihre Reisen - und immer war da dieses unfertige Album mit im Gepäck.

Massive Attack – Heligoland (Virgin/EMI)

England, Anfang der Neunziger: Brit-Pop-Bands füllen ganze Stadien, Hip-Hop wird von der breiten Masse wahrgenommen und auch elektronische Musik gewinnt an Popularität. Irgendwo dazwischen entwickelt sich derweil eine ganz neue Art von Musik. In Band-ähnlicher Besetzung spielen junge Künstler mit Samples und elektronischen, als auch herkömmlichen Mitteln träge und melancholisch klingende Songs ein, die vom Tempo und Aufbau an Hip-Hop-Stücke erinnern. Passend wird das Genre Trip-Hop genannt.

		 		
		 		
		 		
		 		

Donaufestival 2010 vom 28. April bis 08. Mai in Krems

Von 28. April bis 08. Mai findet auch heuer wieder das Donaufestival statt. Parole diesmal: Failed Revolutions.

Leftfield sind zurück!

Leftfield sind zurückt und sorgen für ordentlich Wirbel. Zehn lange Jahre sind seit ihrem letzten Album "Rhythm and Stealth" vergangen und schon unfassbare 15 Jahre ist es her, dass Paul Daleys und Neil Barnes Meilenstein "Leftism" das Licht der erstaunten Öffentlichkeit erblickte und ein ganzes Genre revolutionierte.

Carl Craig, Luciano und Sebastian Leger für das UAF 2010 bestätigt

Das Eristoff Tracks Urban Art Forms Festival 2010 - presented by Electronic Beats vom 3.- 6. Juni in Wiesen legt nach und präsentiert neue Acts: Luciano, Carl Craig, Sebastian Leger, Adam Freeland, Roni Size & Dynamite MC und viele mehr.

Uslu Airlines und Reebok machen auf Disco

Reebok sind durch ihre klassischen Turnschuhe und ihre in den 90ern sehr innovativePump-Technologie niemals aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Nun hat sich die Kosmetikmarke Uslu Airlines mit den Briten verbündet um dieses funkelnde Retro-Pop-MidModell auf den Markt zu bringen.

Londoner Fishlock Studios kreieren Glühbirnen-Kronleuchter

Was für ein toller Weg ausgedienten Glühbirnen ein zweites Leben zu verschaffen - indem man sie zu einem gigantischen Kronleuchter zusammenfügt! Dieses strahlende, umweltfreundliche Objekt mit dem Namen “What Watt?” stammt vom Londoner Designer Tim Fishlock, der dazu Glühbirnen in verschiedenen Größen verwendet hat.

STRUMPFHOSEN MAL ANDERS

Les Queues de Sardines haben sich der Aufgabe gewidmet, ein bißchen mehr Spaß auf Frauenbeinen zu platzieren. Mit farbenfrohen, comicartigen Prints hinterlässt man als Trägerin dieser Strumpfhosen ganz sicher einen bleibenden Eindruck.

Donaufestival 2010 vom 28. April bis 08. Mai in Krems

Von 28. April bis 08. Mai findet auch heuer wieder das Donaufestival statt. Parole diesmal: Failed Revolutions.

EMI und die roten Zahlen

Das goldene Zeitalter der Plattenindustrie, in dem man dem Musikfreund die absurdesten Preise aufdrücken konnte und mit unzähligen Best-Of-Boxen quasi die Gelddruckmaschine im Kellerarchiv stehen hatte, ist Dank des Internets und MP3 vorbei und so recht hat keine der großen Plattenfirmen dieser Entwicklung Rechnung getragen. So steckte man viel Geld und Energie in unsinnige Raubkopierer-Kampagnen, anstatt sich innovative Verkaufs-Modelle zu überlegen und, was in der Konsumwirtschaft dann doch tendenziell wichtig ist, die Bedürfnisse der Kunden zu berücksichtigen.

Ninca Leece - There Is No One Else When I Lay Down And Dream

Mehr als drei Jahre lang war die charmante junge Dame aus Rennes, Frankreich nun on the road. Von hiesigen Festivalbühnen bis in die Nachtclubs Chinas führten sie ihre Reisen - und immer war da dieses unfertige Album mit im Gepäck.